Zielgruppe

Einige Leser im Blog – aber alle verhalten sich passiv, wenn es um Kommentare oder den Austausch geht? Was für viele Blogger, Twitterer oder Netzwerker sehr frustrierend ist, insbesondere in den ersten 12-18 Monaten, ist „part of the game“. Bei der Ursachenforschung gibt es verschiedene Punkte und Erkenntnisse auf die ich bisher gestossen bin und die ich hier gerne teile.

Nehmen wir einmal das Newsjournal für international orientierte Unternehmen, welches ich von 2009 bis Juni 2011 aktiv betreut hatte. Dort gab es deutlich über 134‘000 Leser pro Jahr, jedoch im Glücksfall nur 2-3 Kommentare pro Monat. Kommentare, welche zum Teil auch nicht zum Thema gepasst haben und daher auch keinen Mehrwert geliefert haben und gelöscht werden mussten. Die Ursache hier ist jedoch relativ schnell evaluiert, es waren nicht die Artikel oder das Medium das schlecht war, sonst wären so viele Leser nicht immer wieder gekommen, sondern vielmehr die Struktur der Leser. Mit der Struktur der Leser ist deren Alter (nicht digital natives) sowie deren sozialen Status (durch Fragen als unwissend outen ist nicht beliebt) gemeint und dies resultiert in der (Sozial) Medien-Kompetenz. Viele Entscheidungsträger sind sich an den Umgang, Einsatz und Vorteil von sozialen Medien und sozialen Netzwerken nicht gewohnt – haben sprichwörtlich Angst und beschränken sich daher „nur“ auf das Lesen. Für den Autor stellt sich daher die Frage ist es dies Wert? Ist es die Zeit, den Aufwand und das Engagement Wert?

Die Antwort muss sich jeder selber geben, für mich war es damals, als ich für die Credit Suisse den Blog betrieben habe, ein absolut lohnendes Investment der Zeit. Wir konnten viele Leute, sehr kostengünstig erreichen. Zudem war es immer etwas wo wir als „Zuckerchen“ den Partnern offerieren konnten, in dem wir Ihre Events, Aktivitäten und Artikel hier veröffentlicht haben. Wir haben Ihnen eine Plattform geboten, was auch dieser Plattform zugute kam.

Fachcommunity

Vor einem ähnlichen Problem standen auch die Betreiber der virtuellen Plattform und Fachcommunity BELLA DONNAweb, wie im Buch „Communitys im Web: HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik (Heft 280)“ (affiliate link) nachzulesen ist. Ob schon in den ersten 10 Monaten rund 270 Fachpersonen Mitglied wurden, war der Grad der Aktivierung der Teilnehmer eher verhalten. Dies lässt sich sicherlich mit dem heiklen Thema der Hilfe für suchtmittelabhängige Frauen und Mädchen erklären. Trotz grossem und sorgfältigem Aufbau der Plattform zusammen mit vielen zukünftigen User/-innen kann eine aktive Nutzung zum Dialog nicht garantiert werden. So will man sich nicht zwingend vor den anderen Experten/-innen exponieren durch Fragen und Unwissenheit und man traut dem Internet auch nicht, respektive weniger. Das Internet wird es zwar für Recherchen stark verwendet, aber den Einsatz als Instrument ist noch nicht verinnerlicht.

Auf BELLA DONNAweb „fachspezifische Fachinformationen“ zu finden wird geschätzt und oft abgerufen, wird ausgeführt. Analog dem Newsjournal der Credit Suisse. Der zweite Nutzen der „individuellen, kollegialen Unterstützung“ im virtuellen Netzwerk-Gedanken ist eine zu grosse Hemmschwelle für Personen aus der „PRE-Facebook“ Zeit. Diese Dialoge finden zwar täglich auf den Gängen, beim Kaffee unter Kollegen/innen und so weiter statt – jedoch (noch) nicht im Web.

Meiner Meinung nach, ist dies eine Frage der Zeit und eine Generationen-Frage. Durch die jungen, welche mit den sozialen Medien ganz anders aufwachsen kommt eine Generation aufs Parkett welche sich viel stärker auch in solchen fach- und themenspezifischen Plattformen engagieren. Es stellt sich daher vielmehr die Frage ob die Plattformen den langen Atem haben um dann noch aktiv und dabei zu sein. Wir werden es sehen.

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