Das Marketing Instrument „Event“ zur Community-bildung verwenden

Kundenanlässe eignen sich, um den Dialog und das Netzwerk mit seiner Unternehmens-Community zu pflegen und aufzubauen. So können Kunden, Lieferanten, Partner und aber auch interessierte teilnehmen und austauschen. Entsprechend überrascht bin ich dann feststellen zu müssen, dass es teilweise schlecht angegangen wird. Hier präsentiere ich daher kurz was ich unter einem schlechten Ansatz verstehe und zeige auch gleich ein paar gute Ansätze.

Der Retorten Event

Ich beginne mit dem meiner Meinung nach schlechten Ansatz. Eine Art Retorten Event, der in einem anderen Land funktioniert und hier nun 1zu1 kopiert wird. Wobei ich sagen muss, die Werbung über die ich auf den IBM Anlass aufmerksam wurde mir schon auch gefallen hat. Hier zuerst die Werbung:

IBM Teaser

Ein bestimmtes Key Word in einem Text wurde gekauft und mit einem flight-out Banner-Video wurde ich innert 20 Sekunden motiviert mir die Details zum Anlass anzusehen. Dann ging es aber los mit den Enttäuschungen:

1.)    Die Referenten kommen – mit der Ausnahme einer Gastrednerin – alle von IBM. IBM ist der Veranstalter, Gastgeber und zugleich der Redner. Was ich als anmassend taxiere und mir den Beigeschmack einer reinen Verkaufsshow hinterlässt. Hat IBM den keine Kunden die so zufrieden mit Ihren Leistungen waren, dass man Sie für sich sprechen lassen kann?

2.)    Die Gastrednerin. Ihre Leistungen, Ihr Palmares und Ihr Person in Ehren. Aber niemand kennt Sie? Oder kennen Sie Kirsten Bruhn? Sag ich doch. Ich mag Ihr Ihren gewonnen Bambi und die vielen Medaillen gönnen. Ich habe grossen, wirklich grossen Respekt vor Ihren Leistungen – aber in der Schweiz kennt Sie niemand. Daher ist Sie die falsche Wahl für die Key Note Rede. Auch wenn sie dies vielleicht besser macht, als viele bekannte Schweizer.

3.)    Der Termin. Vielleicht unglücklich, vielleicht absicht – aber am selben Tag einen Anlass zu machen wie der IT Branchenprimus für Business Intelligence und Mitbwerber in einigen Geschäftsfeldern – SAS, dass ist unglücklich.

4.)    Glamour Location. Mit dem KKL hat man eine Top Location gewählt, wenn man den Saal dann aber nicht mit den wirklich wichtigen Leuten voll bringt – dann wirkt dies kontraproduktiv.

Fazit: Ich vermute stark, dass ein Erfogreiches Konzept aus Deutschland eins zu eins geklont wird für die Schweiz. Was dort funktioniert hat – ist für die Schweizer noch lange gut genug. Ich befürchte der Return on Invest wird nicht stimmen.

Triff den Richtigen

Ein durchwegs positives Beispiel hat die Osec mit dem Aussenwirtschaftsforum 2012 abgeliefert. 2013 steht übrigens im April an. Der vom Bundmandatierte Exportförderer pflegt ein breites Netz von Business Hubs in der ganzen Welt. Deren Vertreter helfen den Schweizer Unternehmen vor Ort, da Sie aber auch vor Ort Leben sind Sie meist in der Schweiz nur bedingt bekannt. Wie Stelle ich aber die über 30 Leute in aller Kürze vor? Wie stelle ich sicher das jeder weiss wenn er ansprechen muss während dem Networking bei Fragen zu einem bestimmten Land? Die Osec hat es so gelöst:

Osec Flag

Jeder Leiter eines Business Hubs ist wie bei den Olympischen Spielen mit „seiner“ Flagge durchgelaufen. Zum einen war das Publikum überrascht in wie vielen Ländern die Osec vor Ort ist – zum anderen wusste man genau auf wen man in der Pause zugehen kann mit Länderspezifischen Fragen.

Talking by Walking

Ebensfalls aus dem Exportumfeld stammt das gute Beispiel von swiss export. Hier finden die Anlässe immer bei einem Unternehmen statt. Das Unternehmen hat dann auch die Gelegenheit sich kurz zu präsentieren und auf einem Rundgang seine Firma zu zeigen. Dieses Format ist so sensationell, weil auf diesen Rundgängen und Besichtigungen immer herrlich einfach die Leute ins Gespräch kommen. Da man gemeinsam unterwegs ist, parallelen zu der eigenen Firma zieht und nie lange an einem Ort ist, wird viel gesprochen und innert weniger Minuten hat man mit jedem in der Gruppe einmal gesprochen. Beim Apéro ist es dann leicht in detaillierte Diskussionen einzusteigen.

SE walk talk

Klasse statt Masse

Der Anlass vom SVC zum SVC Prix Espace Mittelland fand dieses Jahr im Kursaal Bern statt, anstelle von wie Üblich in der Messe BEA. Dies hatte zur Folge, dass nicht auf Masse – sondern auf Klasse gemacht wurde. Anstelle der sonstigen 1800 Gäste, hatten so nur knapp 1000 Platz. Diese Beschränkung tat dem Event aber eher gut als das es geschadet hätte. Es machte den Anlass Feierlicher, Exklusiver und Wertvoller. Dies hat man auch in der Stimmung gemerkt und es fand ein viel intensiverer Austausch statt als in früheren Jahren oder in anderen Locations wie der Olma oder der BEA.

SVC Emch

Kein Wunder, war der Sieger Bernhard Emch von der «Emch Aufzüge AG» entsprechend gerührt.

Es gibt Sie also, die Ansätze welche zu einem gelungenen Event in und für die Community beiträgt. Kopieren ist aber sicherlich nicht immer ideal, denn so verlieren Anlässe an Authentizität und Glaubwürdigkeit. Mit dem Anlass verliert aber auch der Veranstalter oder Partner.

2 Kommentare
  1. S. Guenther sagte:

    Guten Tag Herr Suter – vielen Dank für Ihren interessanten Blogartikel, ein absolut spannendes Thema! Leider erzeugt der Beitrag ein bisschen ein falsches Bild unseres Anlasses. Ich habe das Gefühl, das einige Details ihres Beitrages eher auf Vermutungen als auf recherchierten Fakten aufbauen. Gerne würde ich Sie als Veranstalter auf das IBM Symposium 2013 einladen und Ihnen mehr Hintergrundinformationen zu diesem Anlass liefern, dass das Event beispielsweise bereits zum 13. Mal im KKL stattfindet oder seit je her ein lokales Event mit einem lokalen Organisationsteam ist. Ich freue mich auf Ihr Feedback und ein spannendes Gespräch bei einem Treffen in Luzern.

    MfG S. Guenther

    • Guten Tag Herr Guenther,

      danke für Ihren Kommentar. Gerne würde ich Ihre Einladung annehmen, habe aber am 7.5. eine andere Verpflichtung.
      Das regionale Wissen fehlt mir als Berner natürlich, klar. Daher beurteile ich nur was ich auf der Webseite gefunden habe.

      Ich ziehe aber den Hut davor, dass Sie überhaupt auf den Artikel reagiert haben. Kenne es aus eigenen Erfahrungen, dass in grossen Konzernen oft die Akzeptanz für eine Reaktion und einen solchen Dialog nicht gegeben ist.

      Wünsche Ihnen trotz allem einen erfolgreichen Anlass, vielleicht ergibt es sich ja zu einem anderen Zeitpunkt eine Gelegenheit.

      Gruss, Charly

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