Social Media ist das Problem – oder?

Portrait of an senior god looking business man with suit and old
Gab es früher nicht, braucht es heute auch nicht.

Keine Zweifel, ohne Social Media hätten wir diese Reklamationen und „Shit storms“ nicht. Twitter, Facebook und wie sie alle heissen, sind doch nur Instrumente des Proletariats um Dampf abzulassen – oder?

Vor einigen Tagen war ich als Gast zum Swiss Leadership Forum eingeladen, ein gelungener Event. Leider aber schlecht moderiert. Beatrice Müller, bekannt als ehemalige Moderation beim SRF, hatte durch das Programm geführt. Leider eher unglücklich und aus meiner Sicht dem Programm nicht würdig. Dabei geht es nicht um Versprecher wie „schön haben wir mit Frau Leister endlich eine Frau auf der Bühne“ nach dem Sie bereits Petra Jenner (CEO, Microsoft Schweiz) während einem Talk auf der Bühne hatte.

Dies kann in der Hitze des Gefechts passieren. Genervt hat mich eher die Haltung welche Sie gegenüber den Sozialen Medien und den Unternehmern auf der Bühne – allen voran JC Biver (@jcbiver) und Frau Jenner (@petrajenner) an den Tag legte. Es ist mir auch klar, dass Ihr Verhalten auf Ihr Unwissen zur Materie zurück zu schliessen ist, aber darf man da von einer Journalistin nicht erwarten, dass man sich im Vorfeld schlau macht?

Sie versuchte die sozialen Medien als Teufelszeug darzustellen, in dem Sie immer wieder auf die Gefahren und das Schlechte verwies. Dadurch machte Sie in meinen Augen den Fehler die Teilnehmer der Veranstaltung zu verunsichern und eine persönliche Einstellung darzulegen. Es mag sein, dass Twitter nicht das richtige Medium ist für Sie. Ihr Twitterprofil, auf das Sie immerhin von Ihrer Webseite verlinkt, ist eher dürftig mit 2 Tweets.

muellebe22 alias Beatrice Müller auf twitter

@muellebe22 alias Beatrice Müller auf twitter

 

Was Frau Müller nicht verstanden hat ist, dass die sozialen Medien gerade für KMU ein wertvolles und günstiges Marketing Instrument sein können. Wer dennoch nicht selber aktiv auf Twitter sein will, zumindest zuhören sollte was über einem getwittert wird. Zuhören, austauschen und lernen. Sie tut es selber offenbar auch nicht, denn auf meine Tweets zu Ihrer Moderation hat Sie nicht reagiert. Für jedes Unternehmen geht es ei der Kommunikation um den Aufbau einer Marke, eines Brands. Ein Brand ist nichts anderes, als das wo die Leute hinter vorgehaltener Hand sagen.

Zurück zum Thema Social Media. Ich bin der Meinung das es sich heute kein Unternehmen, egal wie gross oder klein leisten kann die sozialen Medien nicht im Auge zu behalten. Sie bieten hervorragende Chancen und sind grösstenteils kostenlos nutzbar. Hier daher eine Liste welche Kanäle jeder Unternehmer für sich in Betracht ziehen sollte.

  1. Twitter – ideal zum verbreiten von Botschaften und Informationen. Zudem kann gut überwacht werden was andere über einem sagen und zuhören was die Leute wünschen
  2. Facebook – gerade um mit Endkunden in Kontakt zu kommen, Ihnen einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren perfekt.
  3. Google Places – wer sich hier mit seinem Geschäft einträgt wird auch gefunden. Öffnungszeiten, Adresse und Kontaktmöglichkeiten runden das Profil ab und sind ein Wegweiser zu Ihnen. Auch kostenlos.
  4. Youtube – ideal um Geschichten zu erzählen und komplexere Botschaften einfach zu verbreiten. Im Grunde kostenlos – jedoch kann die Produktion der Inhalte schnell ins Geld gehen. Immerhin die zweite grösste Suchmaschine hinter Google.
  5. Google+ – ob und wie stark es die Google Suche beeinflusst weiss keiner so genau. So oder so, Google wäre dumm es nicht zu tun, daher eine verpasste Chance für jene die es nicht nutzen.
  6. Blogs – nicht zu vergessen die Blogs, wie zum Beispiel dieser. Hier schreiben Leute Ihre Gedanken nieder oder betreiben es als Business. So oder so sind Sie eine Quelle für viele Leser und erreichen Leute. Mit gutem Inhalt zudem ein Liebling von Google.

Teufelszeug

Nach dem wir hier nun die wesentlichsten Kanäle aufgelistet haben – die Gefahren. Die vermeintlich negativen Seiten. Wir lesen hier immer wieder von Shitstorms. Etwas das keiner will, aber oft falsch verstanden wird. Schauen wir das Beispiel von BC Ferries an, dass jüngst 20min.ch in der Schweiz zum Thema machte.

Sean Smith, ein Insulaner in Canada, der auf dem Festland arbeitet und deshalb auf die Fähre angewiesen ist, hat BC Ferries einen offenen Brief auf Facebook geschrieben:

«Liebe BC Ferries,

ich weiss, dass ihr es nicht einfach habt und Wege sucht, Geld zu sparen. Bitte lasst mich euch helfen:

Ihr seid keine Kreuzfahrtlinie, ihr seid ein Bus.
Ihr seid kein Reisebüro, ihr seid das Reisemittel.
Ihr braucht keine Werbung, es gibt keine Alternative.

Mit diesen drei Dingen im Kopf, überlegt bitte mal Folgendes:

Ihr braucht einen Zeitungs-Kiosk, keinen Geschenkladen.
Ihr braucht eine Cafeteria, kein Restaurant.
Ihr braucht keine Geldspielautomaten, ihr braucht WLAN und ein paar Grossbildfernseher.
Ihr braucht keine Marketingabteilung, ihr braucht einen Vollzeit-Social-Media- und Kundendienst.
Ihr braucht kein trendiges Reisebüro oder eine Ferienplanungsabteilung, ihr braucht einen Plan, wie ihr euer Personal auf dem aktuellen Stand haltet, was gerade mit dem Fährdienst läuft.

Ich will das BC-Ferries-Logo nicht während eines Canucks-Spiels in der Rogers-Arena oder in einer Fernseh-Werbung sehen. Glaubt mir, wenn keine Brücke und kein Tunnel da sind, werden die Leute die Fähre oder ein Flugzeug nehmen. Und ein Auto kann man nicht im Handgepäck mitnehmen.

Seht ihr? Ich habe gerade Millionen von Dollar für euch eingespart.

«Gern geschehen»

Dieser Facebook-Beitrag verbreitete sich rasend schnell. Zehntausende haben den Link geteilt oder geliked und so Ihren Freunden zugänglich gemacht, die haben es wiederum geliked usw. Einige Zeitungen und TV-Stationen haben es aufgenommen und BC Ferries musste reagieren.

Es stellt sich nun die Frage, ist Facebook schuld? Sind die sozialen Medien schuld? Sicher nicht. Sie haben eine Botschaft verbreitet, eine Meinung die Sean Smith auch in seiner Familie und am Stammtisch verbreitet hat. Mit dem Unterschied, das BC Ferries dies nicht gehört hätte. Sie hätten sich weiterhin vom Kunden weg entwickelt.

Hierzu gibt es auch ein sehenswertes Video von Jay Baer „Quit Blaming Social Media for Your People Problem„.

Fazit

Für Ihre Führungsfehler und Fehler in Ihrem Unternehmen ist nicht Social Media verantwortlich. Es sind Ihre Fehler und die müssen Sie beheben. Social Media ist nur der Kanal der es verbreitet. Jene Haltung wo die Leute Ihrem Unternehmen so oder so gegenüber bringen, vielleicht nur hinter Ihrem Rücken – daher ist es umso besser die Situation genau zu kennen um reagieren zu können. Oder?

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